Große Hochzeit, großes Glück? Unsinn, sagten Claudia (35) und Helmut (46). Und genossen den Höhepunkt ihrer Liebe ganz allein
Sanftes Wellenrauschen, die Palmen wiegen sich leicht im Wind. Barfuß stehen eine Frau und ein Mann im Sand, sehen sich verliebt in die Augen und flüstern zärtlich „Ich will“. In diesem Moment gibt es nur die beiden und die Friedensrichterin. Was wie die Szene aus einem romantischen Film klingt, ist für Claudia Lunz (35) und ihren Mann Helmut (46) die Erinnerung an den schönsten Tag ihres Lebens. Das Paar hat 2004 in der Karibik geheiratet – ganz still und heimlich.
Eine traditionelle Hochzeit im Familienkreis – das konnten sie sich nicht vorstellen. „Wir waren beide schon mal verheiratet“, erzählt Claudia. Sie war sehr jung gewesen bei ihrem ersten Jawort vor 30 Freunden und Verwandten, gerade mal 22. Helmut hatte seine erste Hochzeit pompös mit 200 Gästen gefeiert. An den Tag ihrer Hochzeit hatten sowohl Claudia als auch Helmut vor allem eine Erinnerung: „Dem Brautpaar bleibt keine Minute für sich.“
An eine zweite Hochzeit dachten weder sie noch er, als sie sich im Jahr 2000 begegneten. Und doch war rasch klar, dass sie zusammengehören, sagt Claudia. Mit dem zehn Jahre älteren Helmut verband sie eine selbstverständliche Liebe – „als wäre es schon immer so gewesen“. Ganz selbstverständlich kam nach vier Jahren auch der Entschluss zur Hochzeit. Helmut meinte beiläufig: „Ich finde, wir sollten heiraten.“ Genauso beiläufig antwortete Claudia: „Finde ich auch.“ Und dann schossen ihr doch die Tränen in die Augen. Weil es so schön war. Aber auch, weil ihre Mutter kurz zuvor gestorben war und die Krönung des neuen Glücks ihrer Tochter nicht mehr miterleben würde.
„Wenn Mama noch gelebt hätte, wer weiß, ihr zuliebe hätten wir vielleicht doch noch einmal traditionell geheiratet“, sagt Claudia nachdenklich. So aber stand für sie und Helmut fest: Das zweite Jawort sollte etwas Besonderes sein. Etwas, das nur ihnen gehörte. Dann die Idee: Irgendwo am Strand heiraten, fern der Heimat – „das klang so romantisch“.
Dann ging alles ganz schnell. Claudia fand ein Reisebüro, das ihnen ein passendes Angebot machte: zwei Wochen Dominikanische Republik inklusive privater Trauung. „3 300 Euro kostete unsere Traumhochzeit. Und wir haben nicht einen Cent bereut“, so die 35-Jährige glücklich. Vor dem Abflug mussten noch internationale Geburtsurkunden beantragt und Landratsämter aufgesucht werden. Die Vorfreude beflügelte sie. „Und es war aufregend, ein Geheimnis zu haben …“ Seine Hochzeitspläne behielt das Paar nämlich für sich. Für Freunde und Verwandte sollte es eine Überraschung werden. Foto: Brigitte Aiblinger
Am 20. Februar 2004 gab Claudia ihrem Helmut am Strand von Punta Cana vor einer dominikanischen Friedensrichterin das Jawort. Etwa 30 Minuten dauerte die Zeremonie. Sie fand auf Spanisch statt. Die wichtigsten Passagen wurden von einer Übersetzerin auf Deutsch wiederholt – natürlich auch die alles entscheidende Frage. „Wir haben unter Palmen auf Spanisch ,Si‘ geantwortet“, erinnert sich Claudia mit Tränen in den Augen. „Und dann ganz leise zueinander noch einmal ,Ja, ich will‘ gesagt. Es war so ein wunderschöner, unvergesslicher Moment.“ Am nächsten Morgen weihte das Paar seine Lieben in Deutschland ein, per SMS: „Herzliche Grüße aus dem Urlaub senden Claudia und Helmut Lunz.“ Die meisten simsten sofort Glückwünsche zurück. „Anfangs waren wir schon besorgt, dass jemand enttäuscht sein könnte, weil wir heimlich geheiratet haben – aber letztendlich haben sich alle mit uns gefreut.“
Ein paar Wochen später gaben die beiden zu Hause für ihre Freunde eine verspätete Hochzeitsparty. „Dabei konnten wir ihnen noch ein Geheimnis verraten …“ Claudia strahlt und streicht Söhnchen Patrick (4) zärtlich übers Haar. Sie war schwanger. Und Patrick, da ist sie ganz sicher, ist ein Kind einer dieser Sternennächte unter karibischem Himmel. „Durch mein heimliches Jawort habe ich die beiden besten Männer der Welt bekommen“, sagt Claudia und wirft Helmut einen zärtlichen Blick zu. „Mama würde sich bestimmt für mich freuen.“
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Claudia ihrem Helmut am Strand von Punta Cana vor einer dominikanischen Friedensrichterin das Jawort. Etwa 30 Minuten dauerte die Zeremonie. Sie fand auf Spanisch statt
26. September 2009 - 14:47: Das zweite Jawort sollte etwas Besonderes sein. Etwas, das nur ihnen gehörte. Dann die Idee: Irgendwo am Strand heiraten, fern der Heimat – „das klang so romantisch“.
26. September 2009 - 14:47Wir haben zwar nicht heimlich geheiratet, aber zumindest der Junggsellenabschied auf Mallorca war nicht in den heimischen Gefilden. Daher kann ich sagen wie sehr eine gemeinsame Unternehmung an schönen Orten zusammenschweißt. Muss traumhaft schön sein unter Palmen und strahlender Sonne einander das Ja-Wort zu geben.
3. Juni 2009 - 18:30Kommentar hinzufügen