In Deutschland sterben jeden Tag drei Menschen, weil sie nicht rechtzeitig ein Spender-Organ bekommen. Aus Mangel an Informationen stehen viele Menschen einem Organspende-Ausweis skeptisch gegenüber.
Zwar stehen nach einer Umfrage knapp 80% der Bevölkerung der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber, trotzdem haben nur 17% der Befragten einen Organspendeausweis. Rund 50 Prozent fühlen sich nicht genügend informiert, um überhaupt eine Entscheidung zu treffen.

Mit „FÜRS LEBEN. FÜR ORGANSPENDE.“ hat die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) die bisher größte bundesweite Initiative für Organspende ins Leben gerufen.
Prominente Schirmherrin ist Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die FÜRS LEBEN mit den Worten unterstützt: „Die Entscheidung für eine Organspende ist die Entscheidung für das Weiterleben eines Mitmenschen.“
Auf www.fuers-leben.de erzählen Patienten und Angehörige aus ihrem Leben, wie Tanja Lutz:
Tanja Lutz, Empfängerin Niere
„Meine neue Niere funktioniert so gut, dass ich sogar noch einmal Kinder bekommen konnte.“
Tanja Lutz ist stolze Mutter von Zwillingen, die sie fünf Jahre nach ihrer Transplantation zur Welt brachte. Die neue Niere schenkte ihr ein zweites Leben. „Vor zwei Jahren habe ich meinen 40. Geburtstag gefeiert. Ich bin so dankbar, dass ich diesen Tag erleben durfte.“
Ihre erste Niere verlor Tanja Lutz bereits im Alter von sechs Jahren. Der Kinderarzt stellte bei ihr eine Schrumpfniere fest. Das Organ war nicht mehr zu retten und musste entnommen werden. Acht Jahre später wurde an ihrer zweiten Niere ein Reflux entdeckt und erfolgreich operiert. Alles schien endlich überstanden zu sein.
Neun Jahre vergingen. Tanja Lutz verlobte sich und bekam zwei Kinder, als es ihr plötzlich wieder schlechter ging. Ihre noch verbliebene Niere hatte aufgehört zu funktionieren: Sie musste an die Dialyse. Die damals 23-Jährige empfand die dreieinhalbjährige Dialysezeit wie eine Entmündigung ihrer selbst. „Damals ging mein ganzes Leben in die Brüche“, sagt Tanja Lutz rückblickend. Sie verlor ihren Verlobten, ihre Firma und musste schließlich ihre ersten beiden Kinder vorübergehend zu Pflegeeltern geben.
Im Winter 1994 wurde endlich eine passende Niere gefunden. Die Transplantation verlief sehr gut, das neue Organ funktionierte ohne Komplikationen. In ihrem „neuen“ Leben lernte sie ihren heutigen Mann kennen, baute mit ihm einen Bauernhof auf und erfüllte sich einen großen Wunsch: ein gemeinsames Kind. Es wurden Zwillinge. Ihr Nierenspezialist und Frauenarzt passte die Medikamente, die eine Nierenabstoßung verhindern, so an, dass sie den Babys nicht schadeten. Laura und Daniel kamen zwar etwas zu früh, aber kerngesund auf die Welt.
Für den Spender, der ihr dieses Glück erst ermöglichte, empfindet sie große Dankbarkeit: „Gerne würde ich dieser Person Blumen ans Grab legen, ihr danken, für die Jahre, die sie mir geschenkt hat. Für mein zweites Leben.“
Um auch anderen Menschen Kraft und Mut zuzusprechen, engagiert sich Tanja Lutz im Selbsthilfeverband Niere Baden-Württemberg e.V.
Unter www.fuers-leben.de finden Sie weitere, ganz persönliche Geschichten von Menschen und ihrer Begegnung mit dem Geschenk des Lebens und ihrer Einstellung zur Organspende.
10 wichtige Fragen zur Organspende
In Deutschland sterben jeden Tag drei Menschen, weil sie nicht rechtzeitig ein Spender-Organ bekommen. Aus Mangel an Informationen stehen viele Menschen einem Organspende-Ausweis skeptisch gegenüber. Hier wichtige Fakten:
1 Wer kann Organspender werden?
Jeder ab 16 mit gesunden Organen.
2 Welche Organe kann ich spenden?
Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Darm. Ebenso können Gewebe anderen Menschen helfen, wie die Augenhornhaut und Teile der Haut.
3 Werde ich als Organspender registriert?
Nein, Ihre Bereitschaft lässt sich nur am Organspende-Ausweis ablesen, den Sie stets bei sich tragen sollten und jederzeit ändern können. Am besten sprechen Sie mit Ihrer Familie darüber.
4 Wie groß ist der Bedarf an Spenderorganen?
Insgesamt werden mehr Organe benötigt als gespendet. Im Jahr 2008 wurden 2 753 Nieren verpflanzt, auf der Warteliste für eine Nierentransplantation standen hingegen
8 003 Patienten. Der Bedarf an Nieren ist am größten, danach folgen Leber, Herz und Lunge.
5 Wird bei mir als Organspender im Notfall alles medizinisch Mögliche getan, um mein Leben zu retten?
Ja, die Ärzte werden immer versuchen, Ihr Leben zu retten! Die Frage der Organspende stellt sich erst, wenn der Hirntod nachweisbar von zwei Ärzten festgestellt wurde.
6 Kann ich bestimmen, wer ein nach dem Tod gespendetes Organ bekommt?
Nein, es ist weder möglich, einen Empfänger festzulegen noch bestimmte Personen auszuschließen.Die gespendeten Organe werden nach festgelegten rein medizinischen Kriterien durch die unabhängige Vermittlungsstelle Eurotransplant an die Patienten auf den Wartelisten vergeben.
7 Erfährt der Empfänger etwas über den Spender?
Nein. Der Name des Spenders wird dem Empfänger nicht mitgeteilt. Umgekehrt gilt: auch die Angehörigen des Spenders erfahren nicht, wer das gespendete Organ bekommen hat. Das Transplantationszentrum teilt den Angehörigen auf Wunsch jedoch mit, dass das Organ erfolgreich transplantiert werden konnte.
8 Kann ich meine Spende auf bestimmte Organe beschränken?
Ja, Sie können auf dem Ausweis bestimmte Organe oder Gewebe allgemein ausschließen.
9 Können sich Angehörige nach der Organspende vom Verstorbenen verabschieden?
Ja, nach der Entnahme der Organe können sich Angehörige in Ruhe verabschieden.
10 Wo bekomme ich einen Organspendeausweis?
Sie können den Organspendeausweis hier downloaden:
>> Organspendeausweis kostenlos als PDF downloaden

Außerdem kann er kostenlos beim Info-Telefon Organspende angefordert werden: 08 00/90 40 4 00.
Auch Krankenkassen, Apotheken, Krankenhäuser, Einwohnermeldeämter und Arztpraxen stellen Organspendeausweise zur Verfügung.
Toll, dass ihr dieses Thema auch mal aufgreift, viel zu wenige Menschen sind bereit Organe zu spenden. Grade junge Menschen setzen sich nicht mit diesem Thema, nämlich dem Tod, auseinander. Ich selbst bin seit 1986 im Besitz eines Spenderausweises und habe dieses Thema auch schon mit meinem 16jährigen Sohn besprochen, der auch bereit ist seine Organe zu spenden, er hat aber noch Ausnahmen, was völlig ok ist
19. März 2009 - 9:54Kommentar hinzufügen